Mittwoch, 24. Juni 2009

第52回空手道選手権大会

Am Wochenende war es so weit, und nachdem ich heute Inokoshi-Sensei zu seinem Sieg gratulieren konnte, ist es Zeit für einen kleinen Rückblick auf die diesjährige Alljapanische Meisterschaft. Die Ergebnisse auf einen Blick gibts schon bei Mukki, und ebenderselbe hat auch schon ein paar Fetzen der Kämpfe auf Youtube geladen.

Was also gibts noch zu erzählen..?
Nicht daß es verwunderlich wäre, aber das Niveau war natürlich einzigartig, die Kata teils wunderschön oder brachial, und daß zumindest die Jungs ganz ohne Schützer aufeinander losgelassen wurden war dem Unterhaltungswert auch nicht abträglich. Dazu unser aller Helden der Gegenwart in Hochform.

Dies war übrigens mein Team beim Ruderturnier der Keio-Universität:

Montag, 8. Juni 2009

祭り?

Heute geht es um zwei Großereignisse, und am Rande um eines, das bald stattfinden wird:
Unifest, Oktoberfest und ein Baseball-Turnier.

Nachdem ich mich wochenlang gewundert hatte, was denn dieser Baucontainer in der Mitte meines Campus den lieben langen Tag so macht, hatte ich erfahren, daß auch die Todai ein großes Unifest hat. Verwundert? nein. Zwei Tage lang ein Campus, der vollgestopft mit Menschen, Essens-, Süßigkeiten- und Bierständen, mit denen so ziemlich alle Klubs vertreten waren, dazu noch viele davon mit Aufführungen, oder Ausstellungen, war. Fotoausstellung, Legobauen, Orchester, Tanz, Death Metal, Trommler, die HipHop-Tanzgruppe, billiges Yakiniku, billiges Bier, weiß behandschuhte Studenten, die einem beim bloßen Annähern an die Müllcontainer den Unrat des korrekten Sortierens willen aus den Händen reißen, kurzum alles was das Studentenherz begehrt und noch mehr. Einziges Manko: als wir uns abends, vom Essen kommend, den Abgestürzten, in den Nischen liegend tapfer Weitertrinkenden anschließen wollen, war keiner mehr da, alle Stände abgebaut! Also doch, war ich wieder zu naiv: es ist und bleibt einfach die Todai..!

Die Bilder (東大五月祭 - Todai-Maifest):

...langsam verstehe ich, warum zwei aus meinem Lab dort tanzen, und es war nicht, weil ihr Stand das billigste Bier hatte...






noch etwas bessere Musik, wobei es hier leider nicht das erhoffte Suhlen auf matschig-schlammiger Wiese gab


Oktoberfest im Mai statt im September?! Warum nicht...
Um direkt die kleineren Nachteile vorwegzunehmen: München und Stuttgart sind ein Schnäppchen dagegen! Auf der Plus-Seite: eine wesenlich höhere Japanerdichte, und ich denke die meisten, die diesem lustige Völkchen schonmal auf einem Volksfest begegnet sind, wissen schon, was ich meine. Also: Fähnchen raus und Oans, zwoa, drei, gsuffa! (ja, wie bei Crêpes wird Hochkultur eben nur fast exakt kopiert, wir sind ja schließlich nicht in China...)

Das macht doch schonmal Laune..!

Im Bierzelt dann das folgende Bild, und da sage noch einer wir Deutschen hätten ein schlechtes Image in der Welt :-p






Leider sah's auf dem Tisch neben meinem 10-Euro-Hefeweizen so aus - eine nicht wirklich gebratene Bratwurst mit Brat-Kartoffel-Püree und Heinz-Senf. Aber solangs schmeckt!



Und außerdem wurden wir beim rausgehn noch von diesem Dirndl entschädigt - sie hat uns zwar nicht bedient - und hatte dazu auch einfach keine Münchner Unterarme - aber Papierfähnchen geschenkt.


Vom Baseballturnier weiß ich, wie viele, um nicht zu sagen alle, von der Cheerleading-Show, die man mit gutem Gewissen aus legendär bezeichnen kann - in meiner Nähe seit einiger Zeit immer freitags. Da ich schlecht vorbereitet war und keine Kamera dabeihatte, kann ich nur das präsentieren,

in der Hoffnung, daß es mich genug motiviert, zum tatsächlichen Sechs-Uni-Turnier zu gehen! Was war passiert? Wir sehen eine Horde junger Studenten, und ja, hier sind die meisten Cheerleader männlich, in Uniformen, wie sie schreien, trommeln, herumrennen und wild gestikulieren, dazu sechs Flaggen für die sechs teilnehmenden Universitäten (die Todai hat die längste, und der linke Träger ist kurz davor, zusammenzubrechen), dazu die passenden sechs Cheerleaderinnen (ich hätte wirklich nie gedacht, daß ich diese Form jemals benutzen würde...), die hübscheste im Keio-Dress, wobei das wohl Geschmackssache ist, die lächelnd aber mit maximal der halben Menge an Elan Beine und bepuschelte Arme durch die Lüfte wirbeln. Da das mit der Tanzkarriere aus offensichtlichen Gründen zum Scheitern verdammt ist, werde ich im Paralleluniversum nach meiner Ankunft in Tokyo wohl Cheerleader, auch wenn einige Koreaner von der Show nicht sehr angetan waren und sich zu stark an ihren bösen Nachbarn erinnert fühlten... Oder ich bleibe doch bei Karate und schau mir demnächst mein erstes Baseballspiel an...

Dienstag, 19. Mai 2009

ハイキックガール

Hier die Ereignisse, die zum gestrigen Tag geführt haben.

Schritt 1: Kuro-Obi anschauen.

Schritt 2: auf mehrmalige Empfehlung immer wieder hier und hier einen Blick drauf werfen.

Schritt 3: eines der überdimensionalen Werbeheftchen ergattern und sich nach fünfminütigen Leseversuchen an die Bilder machen.

Schritt 4: für jeden Moment die richtigen Freunde haben.

Schritt 5: in deren Anwesenheit den Kinohit des Jahres erwähnen, und kurze Zeit später einen Link geschickt bekommen, sich dort eintragen und Karten für die Premiere gewinnen.

Schritt 6: die Uni-Friseuse in maximal 20 Minuten von einer japanerischeren Frisur überzeugen, doch dazu später mehr.

Schritt 7: vor lauter Aufregung den Lab-Mittagschlaf ausfallen lassen.

Schritt 8: viel zu früh losgehn, sich über verschiedene Dinge wundern, leider feststellen, daß zumindest die Publikumszusammensetzung doch eher wie erwartet ist, staunen, und vor dem Heimweg noch

Schritt 9:
Schritt 10: nochmal von vorn.

ps: Bilder des "Vorprogramms" (ich hätte mich ja auch schon so auf den Film gefreut...) gibt's auf dem offiziellen High-Kick-Girl-Blog.

Mittwoch, 6. Mai 2009

ゴールデンウィーク

Drei Feiertage hintereinander - Grund genug, diese Zeit zur Goldenen Woche zu erklären! Klingt toll, und ist es auch, bis auf den Wermutstropfen, daß die Uni Tokyo selbstverständlich keine Brückentage kennt und auch am Freitag eines dieser atemberaubenden Lab-Meetings stattfindet, toll!

Zur Einstimmung war letzten Mittwoch schon der Shōwa-Tag (die Epoche vor der jetzigen Heisei-Ära; ich zum Beispiel bin im Jahre Shōwa 59 geboren), an dem auch die Stadtmeisterschaft im Karate stattgefunden hat (anschließend stilecht zweimal trinken und Karaoke bis in die Puppen, da die letzte Bahn eh schon verpaßt war). Diese Woche ging's dann von Montag bis Mittwoch weiter (Tag der Verfassung, Tag des Grüns, Tag der Kinder), und um keine Langeweile aufkommen zu lassen bin ich dem Lockruf der Keio-Universität erlegen und war am Montag bowlen und gestern bei der Odaiba-Stadtrallye mit 飲み会[nomikai] - "Trinken und Treffen".
Seitdem bin ich auch ein bißchen neidisch auf die Studenten dort - während die es auf mich sind. Der Grund: Der Preis des Rufes der Nummer eins ist mit den Abstrichen im Sozialleben meiner Meinung nach etwas zu hoch. Aber dafür sind ja diese Tage da :-D

Noch eine kleine Notiz am Rande: Viele Japaner nutzen die "Golden Week", um ihre Familien auf dem Land zu besuchen, oder einen Urlaub zu machen - trotz der wesentlich höheren Preise für Flug, Übernachtung, ... Ich war nur zu beschäftigt, das auch zu überprüfen, fand es aber nicht sehr viel leerer als sonst... Trotz des Regens...

Die Stadtmeisterschaft - daß die Sempai aus meinem Dojo gut sind, habe ich aber auch davor schon gewußt!

nachdem wir im Irish Pub alle Paulaner-Vorräte vertilgt hatten

Mal ehrlich - was hattet ihr erwartet? Natürlich hat mein Team gewonnen! Süßigkeiten und Badezusätze...

Krabbe? Oder doch lieber Rind?
In der Eisabteilung habe ich mich lieber dezent zurückgehalten...

"Man kann seine Wurzeln nicht verleugnen." (Thomas)
Da hat er wohl recht und es gab Kartoffelsalat für's ins Wasser gefallene Picknick.

Dienstag, 14. April 2009

お花見

Die Kirschbäume blühen, und in dieser Zeit, manche Japaner nennen es die schönste Zeit des Jahres, ist ein klassischer japanischer Brauch, meiner Meinung nach definitiv einer der schönsten, Thema Nummer eins: お花見 [o-hanami], wörtlich: Blütengucken.
Ganz ehrlich, man sieht schon eine ganze Menge an Leuten mit ihren Handys direkt an den Bäumen stehen und Bilder machen, unabhängig davon, wie viele Fotos sie bisher überhaupt und von genau diesem im Speziellen schon gemacht haben. Im Kern geht es jedoch um etwas ganz anderes, und wer in letzter Zeit in einen Park zu den Blüten gegangen ist, hat es gesehen oder, besser, war selbst dabei: Wohin das Auge reicht ausgelegte Plastikmatten, auf denen sich zahllose Menschen tummeln, die freudig essen und vor allem auch trinken.
Natürlich durfte ich mir das nicht entgehen lassen, und so war ich zweimal mit von der Partie; zuerst auf Einladung eines Freundes aus der Japanischklasse.

unser Abschlußbild, nach einem gelungenen Nachmittag mit lustigen Spielchen anstatt zu viel Bier

auf dem Heimweg gab's dann noch eine kleine Tanzeinlage

Mein zweites Hanami war dann etwas unerwarteter, und zwar eines Samstags nach dem Training an der Uni. Leider hatte ich keine Kamera dabei und deshalb existiert mehr oder weniger nur dieses eine Bild. Mit der Sorte Mensch "Karateka" läuft die Sache dann etwas abgeändert ab, und zwar ist ein kleiner Haufen losgezogen und hat eingekauft: zu essen nur Chips, dafür Unmengen an Pseudo-Bier (ist billiger als richtiges und schmeckt schlechter). Nachdem ich mich mit einer Dose Bier "vorgestellt" hatte mußte nun jeder, der eine Freundin hat, eine Liebesbekundung abgeben, gemessen ist Alkohol, und der arme Kerl links mit der Sake-Flasche muß sehr viel für die seinige empfinden. Nach dieser Einstimmung war der restliche Verlauf dann nur noch die logische und zwangsläufige Fortsetzung, ein Heidenspaß kann ich nur sagen! Unglaublich auch, wie viele Trinklieder, -sprüche, -aufforderungen, -... es gibt, was dafür gesorgt hat, daß wirklich niemand zu kurz gekommen ist :-p
Kurz bevor wir uns dann aufgemacht haben, trinken zu gehen, wurde uns der Anlaß des Ganzen bewußt: Die ersten Blüten fielen schon von den Bäumen, auf unsere Plane...

Montag, 13. April 2009

グッドニュース

Da mein letzter Eintrag schon ein ganzes Weilchen her ist, gibt es heute nur gute Nachrichten: Es ist warm, die Sonne scheint, infolge dessen die ersten Japanerinnen wieder ihre Schirme ausmotten und die Hunde in meiner Nachbarschaft Schildmuetzen tragen, Uni hat heute wieder angefangen, die Kirschen blühen immer noch, ich habe neue Kohai im Lab bekommen, frühstücke neuerdings Natto, die ersten Freunde haben Japan schon wieder verlassen, doch die meisten sind erstmal aus ihren diversen Urlauben zurück, Matsuya hat eine Rabattaktion auf Gyudon, ich hatte den besten Besuch der Welt, ein saftiges 450g-medium-rare-Steak in Yokohama, Ostern wurde dezent übergangen, und ich habe allen Papierkram rechtzeitig erledigt. Glaube ich zumindest. Bisher.

Freitag, 20. März 2009

四国:FLOP3

Erstmal vorweg: Shikoku ist toll! Recht dünn besiedelt (die größte Stadt hat gerade mal um die 500.000 Einwohner) und wurde erst vor nicht allzu langer Zeit überhaupt mit Brücken erschlossen, wobei ich den traditionellen Weg mit der Fähre über die Binnensee gewählt habe. Vielleicht ist es gerade dieses besondere Flair, das die Menschen so unglaublich nett (zum Beispiel hat mich im Kombini einer angesprochen, wo ich herkomme - naja die Standardfrage halt, besonders wenn man nicht ständig von Langnasen umgeben ist - und mich dann auf das 7:1 der Bayern gegen Lissabon angesprochen, auch wenn die einzige Info, an die er sich erinnern konnte, Kloses Tor war - ich natürlich sofort mit der Stadt Freundschaft geschlossen und ins Internetcafé gehechtet) und gastfreundlich macht, und weshalb ich vor allem in Kochi, als ich meine Freunde besucht habe, eine verdammt gute Zeit hatte! Ich bin aber mehr mit der Gesamtsituation zufrieden, deshalb ist es schwer, wie für Korea eine Top3-Liste zu erstellen, und ich mache mich einmal auf die Suche nach den kleinen Schönheitsfehlern (in zeitlicher Reihenfolge):

1) Der Dialekt

Ich habe es versucht. Aber es ging nicht. Menschen in Kochi sprechen absolut unverständlich (manche sagen, es wäre der schlimmste Dialekt ganz Japans). Was ich in Hokkaido beim ersten Treffen noch mit meinem schlechten Japanisch abgetan hatte, ist nun Gewißheit. Sie haben mich verstanden, aber andersrum nur selten, bis ich nach und nach herausgefunden habe, welche Worte sie anstatt den "normalen" benutzen, und auf Nachfrage haben sie das dann auch jedes Mal zugegeben, ich hab mich ein bißchen gefühlt wie ein Ossi auf der Alb... Dafür haben sie das dann wieder mit Essen, Stadtfest, Fußball, Karaoke, Trinken, Kultur, Hundekämpfen, ... wieder wettgemacht :-)

So auch damit:

2) Das Aquarium

Eines Mittags sind wir nach dem verpaßten Hundekampf an den Strand, und obwohl ich mich noch versucht hatte dagegen zu wehren ins Aquarium. Seeschlangen, Schildkröten, Delphinschau, amphibische Nagetiere, Pinguine, kleine schwarze schlauchartige Tiere, die Kinder in die Hand nehmen und ausdrücken konnten, und die mich bei dieser Gelegenheit dreist anpinkeln wollten, ... Schon gut, nur eben auf japanische Art: 20 Schildkröten in knapp 10m^3 Wasser, der Delphin hatte Platz für etwa drei Meter Anlauf für seine Sprünge, und hätte man für jeden Pinguin noch einen dazugetan, würden die ersten wahrscheinlich ersticken. Nichtsdestotrotz konnte in Aktion sehen, was ich sonst nur geschnitten und auf Tellern zu Gesicht kriege ;-)
effektive Raumnutzung würde ich sagen

zwar nicht im Aquarium, dafür der Alltag der berühmten Kochi-Hühner

3) Das Iya-Tal

Nach Kochi ging's direkt weiter ins Iya-Tal, einem der wohl unberührtesten Orte Japans. Dafür berühmt, wurde es mit der Zeit natürlich immer weniger unberührt, wobei ich auch zugeben muß, daß ich nur im touristisch erschlossenen Westen war.. Hat sehr gut getan, einmal nur wenigen Menschen zu begegnen, und die Berge, Schluchten, Wälder, Flüsse fast unberührt zu sehen. Das in Japan - unvorstellbar! Bis mir dies hier ins Auge gesprungen ist:

Statt Sozialhilfe gibt's hier eben Geld für Beton.
 
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