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Mittwoch, 18. März 2009

四国

So meine Lieben, da ich eventuell heute morgen erst gegen acht Uhr vom Karaoke-Vergnügen zurückgekommen bin, mußte ich meine Pläne ändern, daher nur das nötigste, eine erste Runde an Bildern. Immerhin hab ich auch noch die letzten Sonnenstrahlen mitbekommen, während mich ein sorgenvoller Anruf meines Labs erreichte, ob es mir denn gut ginge, eingeborene Todai-Jünger scheinen sich beim Thema Korea wohl nicht so wohl zu fühlen wie Austauschstudenten (^.^)

die Binnensee zwischen Hiroshima und Matsuyama

Mitbewohner Nummer 1 in Kochi: Das Baby

Mitbewohner Nummer 2: Hiroshi, Onkel von Nummer 1 und eine der vier Sapporo-Bekanntschaften

Mitbewohner Nummer 3: Hiromu, Bruder von Nummer 2 und Vater von Nummer 1.
Dann gab es da noch die Mutter von Nummer 1 und Gattin von Nummer 3, sowie Eltern und Onkel von Nummer 2 und 3.
Im Hintergrund übrigens die Token-Arena, wo täglich Hundekämpfe ausgetragen werden, wir waren allerdings zu spät und bekamen nur ein paar Tropfen frischen Hundeblutes geboten.

pissender Junge

essender Martin, der bald darauf genug haben wird vom Wandern entlang der engen Straße

Teils geht's halt doch noch sehr ländlich zu. Hierher hat mich übrigens eine Japanerin in lustigem (?) Katzenkostüm (Ganzkörperplüschkostüm inclusive Ohren - wer mal in Japan war kennt die Dinger, ich schieß bei Gelegenheit mal ein Foto) mitgenommen, die nach eigener Aussage ihren Freund besuchen ging - seltsamer Fetisch.

Ein berühmter Tempel, berühmt für seinen schier endlosen Treppenaufstieg, selbst wenn man wie ich aus Zeitmangel den Turbo einlegen muß, oder gerade besonders dann?

Inschriften

Sonnenuntergang am Hafen Takamatsus, einer gemütlichen, optisch nicht nur architektonisch sehr ansprechenden Stadt im Nordosten Shikokus, wo man sich im Internetcafé in eine Kabine mit Sofaboden zurückziehen kann, womit der perfekten Erholung nichts mehr im Wege steht, sobald man sich, lichtbedingt unter dem Schreibtisch liegend, an das Gefühl einer Raumaufteilung, als teilte man sich zu dritt eine Kapsel, gewöhnt hat.

Montag, 16. März 2009

韓国:TOP3

Seit gestern bin ich nun wieder von meinem kleinen Frühlings-Urlaub zurück im schönen Tokyo.
Um es kurz zu halten, Teil 2 der Korea-Serie mit den Top3:

1) Golgul-sa

Eine sehr schöne Sache in Korea ist das "Temple Stay Program", das heißt, man kann eine Zeitlang in einem buddhistischen Tempel wohnen und auch einen Teil des normalen Tagesablaufs mit den Mönchen erleben. Ich habe mich für eine Nacht im Golgul-Tempel bei Gyeongju entschieden, und es lief dann so ab (nach einer 3/4 Stunde Busfahrt und 20 min zu fuß, zum Glück war ich schon lange genug in Korea um lesen zu können...):
・1730 Essen ・1830 Sunmudo-Video ・1900 Singen ・1930 Sunmudo-Training ・2200 Bett ・0400 aufstehen ・0430 Singen ・0500 Geh-Meditation ・0600 Zeremonielles buddhistisches Mahl ・0830 Teetrinken ・0930 kleiner Ausflug für Gäste ・1150 Mittagessen

・ der Sonntag: ist etwas speziell, da es der einzige Tag der Woche ist, an dem man morgens nicht 108 Verbeugungen (hinknien, Gesicht zum Boden, aufstehn... nicht allzu angenehm, und entsprechend waren wohl einige von uns Gästen froh über den Sonntag) machen muß. Glück gehabt.
・ das Essen: ist vegetarisch, das besondere Sonntagsmahl sehr besonders, weil man in festgeschriebener Reihenfolge mit festgeschriebenen Fingern die vier Eßtöpfe bedienen muß, am Ende noch mit kaltem und warmen Wasser und einem Kimchi alles putzen.. Das ganze unter ständigen Schmerzen, da auf dem Boden sitzend.
・ Sunmudo (禅武道): ist die Kampfkunst, für die der Tempel berühmt ist. Die Mönche trainieren jeden Tag, und es ist eigentlich mehr Meditation als Sport. Wir Anfänger haben eigentlich nur Atemübungen und Yoko-Geri gemacht, alles in Zeitlupe, was es nicht gerade einfacher macht.
・ Singen: ist eigentlich eine wahnsinnig schöne Sache, deshalb hab ich auch den Mund gehalten, wären nicht diese ständigen Wechsel aus Seiza, Verbeugen und Aufstehen.

rechterhand mein Schlafgemach

das Eßbesteck des traditionellen Sonntagsmahls

dafür kommen jeden Tag viele Touristen vorbei

Ausflug mit Mönch und Amerikanerinnen (Hier eine Art unterirdischer Parkplatz, wo der König, nachdem er eingeäschert, im Meer begraben, dort zum Drachen geworden und sein Land gegen die Japaner verteidigt hat, Unterschlupf findet.)

2) DMZ - Demilitarisierte Zone

Was gibt es spannenderes, als an die momentan vielleicht gefährlichste Grenze der Welt zu fahren? Vieles, würde wohl jeder sagen, der dort war. Denn was man auf der Ganztagestour geboten kriegt, ist das: die letzte Bahnstation Südkoreas (ein schönes neues Gebäude, das natürlich niemand benutzt, weil die Grenze dicht ist), einen Aussichtspunkt der südkoreanischen Armee, den dritten Infiltrationstunnel (scheinbar ein Highlight, in Wirklichkeit ein enger Tunnel. Wie ein Salzstollen, nur ohne Salz und großes Gerät) inklusive Propagandavideo, die Brücke ohne Wiederkehr (der Ort des Gefangenenaustauschs nach dem Koreakrieg). Warum sie trotzdem in den Top3 ist, liegt an der JSA - Joint Security Area. Dies ist ein Stützpunkt, den sich Süd und Nord teilen, und wo dann auch endlich ein bißchen Spannung in der Luft liegt. So wird man ständig von einem Soldaten begleitet, der einen angeblich beschützt (oder doch mehr aufpaßt, daß man sich nicht zu frei bewegt?) und sagt, wo's hingeht und ob man Bilder machen darf. Außerdem kann man im Konferenzraum in den Norden. Die Süd-/UN-Truppen tragen hier übrigens Sonnenbrillen, um böse Blickwechsel mit Nord-Soldaten zu vermeiden. Und das Axt-Massaker war hier.

Japaner beim Blick in die Einöde der Grenzpampa

die nordkoreanische Flagge ist höher und größer als die des Südens; leider(?) gibt es keine Lautsprecher-Propaganda mehr :-(

ich in Nordkorea - irgendwie freu ich mich aber nur innerlich...

Nordkoreaner sind sehr scheu. Dieser hier versteckt sich immer wieder hinter einer seiner vielen Säulen.


3) Der Hund

Am letzten Tag mußte ich eine folgenschwere Entscheidung treffen: lebender Tintenfisch oder toter Hund. Also habe ich mich in Busan mit Daiju, der Verkörperung des jungen japanischen Touristen (habe ihn abends in der Herberge getroffen, und er wußte gar nicht so recht, was er denn in Korea anfangen soll, da er so überhaupt kein Interesse hat und eigentlich nur da ist, weil er Urlaub hat und man es ihm in Fukuoka empfohlen hatte; aber nun zum typischen japanischen Rucksacktourist: er schläft bis 10 oder 11, ist nicht sehr wild auf alte historische Stätten, will vielmehr Spaß haben, essen und trinken. Daher - Finger weg von Europäern!) auf die Suche gemacht, und als ein netter alter Mann mit Hut unsere Hilflosigkeit erkannt hat, wir ihm erklärt, was wir gerne essen würden, hat er uns direkt hingebracht. Inklusive U-Bahn-Fahrt, insgesamt hat's wohl so ne Stunde gedauert. Dann hat er für uns bestellt und ist weitergegangen. Die Suppe schmeckt ein bißchen wie Mamas Gulaschsuppe, nur daß sie letztere aus gutem Grund mit Rind zubereitet. Unser Hund war halb Fleisch, halb Fett, und halb Haut, was in der Suppe noch in Ordnung war, als dann aber als besonderer Service noch ein gekochtes Hundebein ähnlicher Konstistenz kam, waren meine Geschmacksknospen nicht mehr so ganz überzeugt.
Wie auch immer, sollte jeder mal gemacht haben..!

ich mit Hund

Donnerstag, 1. Januar 2009

あけおめ

Silvester in Japan - was kann man da wohl erwarten..?

Um es nicht zu traditionell zu begehen - mit Glockengeläute, Nudeln, Schreinbesuch, Sonnenaufgang, ... - bin ich der Empfehlung eines meiner Professoren gefolgt und nach Yokohama gefahren, wobei die Entscheidung dadurch erleichtert wird, daß es der bisher einzige Tag war, an dem Bahn und Metro die ganze Nacht durchfahren. Die Stadt, schön wie immer, in der Hafengegend voller Menschen, die kurz vor Mitternacht dann auch ganz aufgeregt in widersprüchliche Richtungen strömen, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn wer zum Jahreswechsel deutsche Verhältnisse mit Sektkorkenknallen, sich-in-die-Arme-fallenden Menschen und großem Feuerwerk erwartet, hat weit gefehlt. Zu erleben gibt es stattdessen einen Countdown, gefolgt von einem exakt einminütiges Hupkonzert der Autos und Schiffe, wobei die Beleuchtung des Riesenrads als Uhr dient, man wünscht sich gegenseitig あけましておめでとうございます (Frohes neues Jahr), und dann machen sich die allermeisten auch schon wieder auf den Weg, eventuell zuerst noch zum Ufer, um ein Foto von oder mit den Kerzen zu machen, und schließlich entweder nach Hause oder in ein Restaurant, sehr vereinzelt kann man manch einen auch in einen Club gehen sehen, bevor die Hartgesottenen aufbrechen, den Sonnenaufgang zu genießen...

Ein beliebtes Fotomotiv. Wenn ich die Erklärungen richtig verstanden habe, hat sich Yokohama vor 150 Jahren dem Seehandel geöffnet, woran hier erinnert wird.


Themenwechsel.

Immer wenn ich mich aufmache, einen neuen Blogeintrag zu verfassen, komme ich an diesem Bildschirm vorbei, wobei die entscheidende Information rechts oben zugegeben nicht ganz fair ist, da man, um zu den "Lesern" zu zählen, sich zuerst bei Google anmelden und dann durch ein paar Menüs durchklicken muß. Jedenfalls verrät die nächste Seite, daß dies ein Deutscher in Kanada und ein Schweizer in Japan sind, weshalb ich hier einmal vier halbe Punkte in die Nationenwertung eintrage...

あけましておめでとうございます
Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr, mit allem was dazugehört!

Sonntag, 9. November 2008

バスツアー

Am Freitag gab ich mir einer der wohl typischsten japanischen Sache hin: einer Bustour.
Vorneweg, es ist so wie es jeder kennt ;-) Rein in den Bus, raus bei der Börse, in die Börse, zurück in den Bus, wieder aussteigen, zehn Meter zum Tokyo Tower, rauf, runter, zu spät, alle weg, Bus finden, und weiter, Parlament, Schlange stehn, Tour machen, Gruppenfoto vor dem Gebäude, weiter mit dem Bus zum Museum, aussteigen, ins Museum, eine Stunde rumlaufen, raus, ab in den Bus, und zurück zur Todai. Die wichtigste Ingredienz dabei ist: Man darf absolut keine Zeit haben, die Gegend oder generell irgendetwas selbständig zu erforschen. Dafür wurden uns alle Eintritte spendiert und es hat auch echt Spaß gemacht.

Zu den Bildern:

An der Börse (sehr langweilig, weil alles mit Computern geregelt wird und deshalb keine Show geboten wird)
Auf dem Tokyo Tower (Zhang, Florian, Florian, ich v.l.n.r.)
von unten
Das Diätengebäude (Parlament)
Im Museum
Nun zum versprochenen Land des Monats! Auf Niklas' Hinweis hin habe ich mich für Google Analytics angemeldet und krieg dort unglaublich detaillierte Besucherstatistiken, so lautet die Bilanz vom 7. Oktober bis 6. November z.B. 448 Besucher mit 1,81 aufgerufenen Seiten und 1:15 min pro Besuch, danke :-D
Da ich nun objektive Daten hab, geht der erste Titel an *Trommelwirbel* Schottland, weil es sich trotz Beweisen (ein Kommentar von Thorsten) so dezent im zurückhält, daß ich sagenhafte Null Seitenaufrufe von der Insel angezeigt bekomme!
Aber keine Angst, es bleiben noch neun Monate um zu punkten ;-)

Zuguterletzt, heute ist ein schönes Datum, nicht nur historisch, sondern auch weil ich mir endlich ein Handy gekauft hab, was gar nicht so einfach war, weil man, um einen Vertrag abzuschließen, nicht nur eine Alien-Registrierungs-Karte, sondern auch noch einen Reisepaß vorlegen muß. Der leider die letzte Zeit beim Visa Consulting Service der Uni war. Zur Entschädigung gabs dann aber Geschenke für mich, ist das nicht lieb?
 
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