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Montag, 26. Januar 2009

餅作り

Mochi.

Bis Samstag habe ich bei dem Gedanken daran immer gedacht Bitte, etwas mit Geschmack!
Doch dann kam der Samstag, mit einem schönen vormittäglichen Training und anschließendem lustigen Mochimachen im Kreise des Taishijyuku-Dojo. Frei nach dem Motto Heute schlagen wir uns mal nicht gegenseitig, sondern Reis. Mit großen Holzhämmern, und: es macht Spaß! Zugegeben, bedingt durch die andern Karateka, und natürlich reichlich Bier und Wein. Kleiner Tipp am Rande, wenn man die Reisklöschen in ein bißchen Natto einwickelt, schmecken die sogar richtig richtig gut.

Also schon mal Hämmer raus und Bohnen anfaulen lassen!

das Ambiente: schön an einem Tempel gelegen

der entschlossene Blick des Kriegers...

... und derer, die es werden wollen

wer Angst um seine Finger hat, haut dann doch lieber selbst zu

und dann war da noch meine Wegzehrung für danach

hier hol ich mir gerade meinen Fotoapparat zurück

Das ganze hatte natürlich seinen Preis, so muß ich wohl meinen Gürtel irgendwo zwischen Dojo und Tempel oder Zuhause verloren haben. Schade, es war bisher der treueste von allen. Und als ich mir vorhin einen neuen gekauft hab, habe ich, als die Gelegenheit günstig war, meinen Schal verlegt, mitverschuldet dadurch, daß das ganze verdammt knapp vor Ladenschluß war. Und als ich mir dann einen neuen Schal gekauft hab... keine Angst, jetzt hört die Geschichte endlich auf.
Spätestens am Wochenende kann dann jeder eins und eins zusammenzählen, daher erspare ich mir hier die Peinlichkeiten.

Samstag, 24. Januar 2009

コンビニ=愛

Manga, beheizte Toilettensitze, Judo, Karaoke, Nintendo, Anime, Katana, Takeshi's Castle, Karate, Harakiri, Sushi, Kendo, Koi, Sumo, Honda, K-1, Sashimi, Staubsaug-Roboter, Samurai, Kamikaze, die japanischen Kampffische aus der Nackten Kanone, Geisha, Kugelfische, Toyota, Sony, die alten Konami-Maschinen aus der Spielhölle, Walfleisch, Teezeremonie, Origami...
Trotzdem, oder daher?, ist für die meinsten Europäer absolut unbegreiflich, was denn in diesem Land so vor sich geht, und jeder, der wie ich kürzer oder länger in diesem schönen Lande weilt, muß sich früher oder später die Frage stellen lassen, nein, besser gefallen lassen, da es meiner Meinung nach keine zufriedenstellende Antwort gibt. Falls doch, melde ich mich an dieser Stelle wieder.

Betritt der Besucher das erste Mal japanischen Boden, scheint alles anders zu sein als im guten alten Europa. Nach einiger Zeit allerdings fallen die Eigenheiten immer weniger auf, bis sie schließlich ganz normal werden. Eine Ausnahme bilden hier die DVD-Läden, die mich jedes Mal wieder aufs neue verwundern?, erfreuen?, schockieren? Aber alles zu seiner Zeit.

Was ist also nun "typisch japanisch"?
Ist es, hilflos vor einer Glastüre zu stehen, einen Schritt zurück, einen Schritt vor, dann erst vorsichtig, schließlich energischer mit dem Finger dagegenzudrücken, bis man endlich den kleinen Aufkleber entdeckt, daß man die Tür selbst aufmachen muß?

Vielleicht.

Um dennoch zum Punkt zu kommen:
Ganz sicher "typisch japanisch" sind die Kombini - コンビニ[konbini] - Convenience Store.
Es gibt sie an beinahe jeder Straßenecke, in der Ausführung Lawson, SevenEleven, Sunkus, ampm, FamilyMart, SeicoMart, ...
Allen gemein ist eine offenbar sehr gemütliche Leseecke. Zugegeben, Florian hat in seinem Leseecke-Artikel schon alles wesentliche geschrieben. Bitte unbedingt lesen! Dazu gibts jetzt von mir nur noch ein bißchen was fürs Vorstellungsvermögen:


Hier die Ecke mit den berühmten O-Nigiri in der oberen Reihe: Kleine Reisklumpen mit - zumindest während der ersten Versuche - einer Überraschung in der Mitte. Wie ein Ü-Ei, nur ohne Schokolade. Und ohne was zum Spielen. Wer genau hinguckt kann auch den Zonk entdecken, in Form des wohl wichtigsten Kanji überhaupt: 梅. Oder, wenn man sie einzeln kauft: 梅干. Also ganz nach oben auf die Reisevorbereitungsliste! Es gibt nur wenig schlimmeres, jedenfalls kann ich mir nur wenig vorstellen, als voller Vorfreude in ein Reisbällchen zu beißen, in der Hoffnung auf angenehme Stimulationen von Geschmacksnerven und Magen, um dann diese Pflaume über den Gaumen wandern zu spüren.. Man merkt, die Traumata sitzen immer noch.

Wer sich noch an den netten schlafenden Japaner auf der Treppe erinnert: das war auch direkt neben einem Kombini (^ ^)
Zum Abschluß nochmal harte Fakten.

Gasrechnung bezahlen? -> Kombini, ein Bier für den Heimweg? -> Kombini, Zahnbürste verloren? -> Kombini, Krankenversicherung? -> Kombini, Frittiertes Hühnchen am Spieß? -> Kombini, bei Amazon bestellen? -> im Kombini bezahlen und dorthin liefern lassen, Konzerttickets? -> Kombini, Hunger? -> Kombini.
24/7.
 
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